Kaschieren: Gibt es etwas zu verbergen?

Keiner hat etwas gemerkt. Wirklich keiner? Dann haben wir’s ja wirklich wieder mal gut kaschiert. Verborgen, verdeckt, versteckt – wie man will. So zumindest lehrt es uns die französische Sprache. Cacher. Und weg.
Ganz anders sieht das aus, wenn wir ins Lexikon der technischen Fachbegriffe sehen. „Unter Kaschieren versteht man das Verbinden mehrerer Lagen gleicher oder verschiedener Materialien (meist Folien) mithilfe geeigneter Kaschiermittel (Lack, Leim, Wachs). Kaschiert wird, um auf ein Material eine schützende und/oder dekorative Schicht aufzutragen und/oder eine Addierung günstiger Materialeigenschaften zu erzielen.“ Man kann das, mit einer gewissen Interpretationsbreite, sicher auch als ein „Verbergen“ sehen.
Dieses „Cellophanieren“ oder „Thermokaschieren“ dient dem Schutz, bewirkt aber gleichzeitig eine Intensivierung der Bildwirkung. Die aufgetragenen Laminate, so das Fachwort für die cellophan-ähnlichen Folien, verbessern vielfach die Farbwiedergabe, verstärken den Druck und verlängern gleichzeitig die Haltbarkeit des Drucks. Zum Einsatz kommen Folien mit verschiedenen Oberflächen wie matt, kratzfest matt oder glänzend. Das Verfahren taugt gleichermaßen für Bücher und Broschüren, für Verpackungen oder Postkarten. Im Unterschied zum bisher überwiegenden Verfahren der Nasskaschierung, bei dem Folie und Leim getrennt zugeführt werden, ist hier die Folie schon vorbeschichtet und wird „aufgebügelt“.
Die Kunst beim Kaschieren ist, dass sich alle Materialien gut vertragen und dass die Wirkung am Ende nicht eine Summe von Elementen ist, sondern ein Produkt. Ein Produkt, das sich sehen lassen kann – über lange Zeit und intensiven Gebrauch. Deren Spuren lassen sich auf diesem Weg verbergen, verdecken, verstecken. Das ursprüngliche Bild wird erhalten. Und bleibt.






